Geschichte
Reetdachdecker gibt es in den Ländern an der Nord- und Ostsee seit dem Ende der
letzten Eiszeit, als der bis dahin nomadisierende Jäger und Sammler begann,
zunächst an den Ufern und Gewässern sesshaft zu werden.
Die ersten von ihm stationär gebauten, sicherlich noch gebrechlichen Hütten
bedeckte er zum Schutz gegen die Klimafaktoren Niederschlag, Wind und
Sonneneinstrahlung mit Reet.
Er begriff instinktiv: es gibt nichts Besseres.
Seitdem sind viele 1000 Jahre vergangen. Das Reetdach hat die Entwicklung des
Menschen in unserem Lebensraum er- und überlebt.
Etwas Weltfernes, Geheimnisvolles und doch Gemütliches geht von dem eigenartig
elegant geschwungenen Dach aus, dass scheinbar einer längst entschwundenen
Zeit und ihrem gemächlichen Lebenstempo angehört.
Das Reetdach ist gegenwärtig beliebter als seit langer Zeit.
Wohin der Reetdachdecker kommt, wird er mit warmer Herzlichkeit empfangen.
Er bildet eine Attraktion, seine Kunstfertigkeit wird bewundert.
Und doch ist dieses uralte Handwerk kein Lehrberuf. Mit Blick in die Zukunft
besteht die Gefahr, dass nicht ausreichende orthographische Tradition bei den
bis heute meist mündlich überlieferten Handwerksregeln zum Unverständnis und zu
einem schädlichen Handwerksanalphabetismus bei der Förderung des Nachwuchses
für das Reetdachdeckergewerbe führt. Ein wichtiger Faktor für die Erhaltung und
Pflege des Weichdaches sind brauchbare, aus der Überlieferung entstandene,
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